Das Sils Museum, ehemaliges Andrea Robbi Museum, entstand 1994 in Sils Maria mit dem Zweck, das wertvolle Werk des einheimischen Malers und Zeichners Andrea Robbi einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. 2018 beschloss die Andrea Robbi Stiftung, den Stiftungszweck sowie das thematische Spektrum der Museumsausstellungen zu erweitern. Die Werke Andrea Robbis dienen nun vermehrt als Ausgangspunkt, um ausgesuchte Aspekte der Kulturgeschichte von Sils und dem Oberengadin zu erzählen und aufzuzeigen. Dabei soll die historische Sicht immer auch durch Aspekte der Gegenwart ergänzt werden.
Sils Museum, Sils

Annemarie Schwarzenbach und ihr Hund «Doktor». Engadin, um 1936. Fotografin: unbekannt; Nachlass A.S., Schweizerisches Literaturarchiv.
Wechselausstellung
Ab 11. Juni 2026 zeigt das Sils Museum die Ausstellung
«Anderen Himmeln entgegen»
Annemarie Schwarzenbach (1908 – 1942)
Journalistin, Fotoreporterin, Schriftstellerin
2025 finden die Nachlässe von Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart Aufnahme ins Register «Memory of the World» (Weltdokumentenerbe). Damit würdigt die UNESCO zwei Pionierinnen des Reisetagebuchs, die Journalistinnen und Fotografinnen Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillart, welche von den 1930er Jahren an das bis dahin von Männern dominierte Genre der Reiseliteratur revolutionieren. Autonom, mutig, mit forschendem Interesse und kritisch reflektierendem Blick unternehmen sie Expeditionen in entlegene Regionen der Welt und in Konfliktgebiete. Im Mai1939 brechen sie gemeinsamen zu einer Reise mit dem Auto von Genf nach Afghanistan auf. Ihre Fotografien und Reiseberichte finden in den Medien ihrer Zeit nachhaltige Resonanz und bleiben bis heute relevante Dokumente.
Das Sils Museum nimmt diese Würdigung zum Anlass, seine Ausstellung 2026/27 der Journalistin, Fotografin und Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach zu widmen. Das Herzstück bilden Schwarzenbachs Fotografien, Tagebücher, Reportagen, Briefe und literarische Texte — Zeugnisse sowohl ihrer ausgedehnten Reisen als auch ihrer Verbundenheit mit Sils. Die Ausstellung zeigt das Spannungsfeld zwischen ihrer Rastlosigkeit und Abenteuerlust, ihrem Engagement als Journalistin und Antifaschistin einerseits und ihrer psychischen Labilität und Sehnsucht nach einer Konstanten, einer Heimat andererseits. Die Raumgestaltung und eine Vielfalt von Präsentationsformen bringen diese Facetten in Beziehung zueinander und in einen zeitgeschichtlichen Kontext. Der Fokus liegt auf dem Zeitraum zwischen 1935, als Schwarzenbach Sils Baselgia zu ihrer Wahlheimat macht, und ihrem Tod 1942.
Die Ausstellung widmet sich dieser aussergewöhnlichen Frau in drei Themenkomplexen:
- Sils Maria – Zuflucht und Sehnsuchtsort
- Reportagereisen – Fotografien und Berichte
- Magie des Reisens
Diese Präsentation im Sils Museum ist Teil des Gemeinschaftsprojekts «Friedrich Nietzsche und Annemarie Schwarzenbach – UNESCO Weltdokumentenerbe in Sils». Neben dem Sils Museum beteiligen sich das Nietzsche-Haus, die Biblioteca Engiadinaisa sowie das zeit:fluss Kulturfest und widmen den beiden Persönlichkeiten drei Ausstellungen, zahlreiche Vorträge, Lesungen, Gespräche, Filmvorführungen und Kulturspaziergänge sowie eine Kammeroper und einen szenischen Dialog. Das gesamte Programm finden Sie auf einer Sonderseite von Sils Tourismus (unten auf die Seite scrollen).



Veranstaltungen
18.9.2026
Engadiner Museumsnacht
Engadiner Museumsnacht
Details werden folgen.